Neue Arbeiten in der scanplus galerie: Stein und Zeit verbinden
ART IT – oder was verbindet steinerne Kunstskulpturen oder vom Stein gedruckte Lithographien eigentlich mit modernen Speichermedien? Diese Frage wurde bei der Vernissage der Ausstellung „Stein und Zeit“ der Künstler Angelika Flaig und Hans Madlinger in der scanplus galerie beantwortet. Und großartige Kunst wurde einem interessierten Publikum sowieso geboten.
Nila Weisser, eine mit den Arbeiten der beiden Künstler Angelika Flaig und Hans Madlinger sehr vertraute Kuratorin aus Freiburg, sorgte mit ihren einführenden Worten nicht nur für einen sach- und fachkundigen sowie spannenden Einstieg in die Ausstellung „Stein und Zeit“, sie wagte auch den geschichtlichen Exkurs. In eine Zeit, in der Steine noch klassische Speichermedien waren. Nicht so weit hergeholt also, dass die steinernen und steinbasierten Arbeiten in der Galerie eines IT-Unternehmens mit eigenen Rechenzentren zu sehen sind.
Für die besondere Musik zur Kunst sorgte die Stuttgarter Violinistin Ulrike Stortz, die in der Neuen Musik zu Hause ist und zu den ausgesuchten Solistinnen der rumänischen Komponistin Adriana Hölszky für die Interpretation ihrer äußerst komplexen Werke zählt. In der scanplus galerie fühlte sie sich improvisierend in die ausgestellten Lithographien und Steinskulpturen ein, überraschte zwischen den Besuchern spielend mit einem großen Sound-Spektrum an ihrem Instrument, das sie auch singend weitete. Wie so oft bei den Vernissagen in der scanplus galerie wurde die Kunst also gespiegelt und dies auf höchstem Niveau.
Und die Kunst selbst? Angelika Flaig zeigt kraftvolle und großformatige Unikate, vom Solnhofener Kalkschiefer gedruckt. Zu Grunde liegen hier die feingeschliffene Litho-Oberfläche und dort der roh gebrochene Stein, der künstlerische wie auch der chemische Prozess, mit dem die Schönheit und die Einzigartigkeit des Steins auf Papier herausgearbeitet wird. Unterschiedlichste Papiere und Steine, gezielte Schichtungen und Überlagerungen sorgen für eine eindrucksvolle Bilderwelt.
Hans Madlinger nutzt für seine Skulpturen ebenfalls häufig Kalkstein. Oftmals muten seine Arbeiten fast meditativ an, faszinieren durch eine reduzierte Bearbeitung sowie mit Durchbrüchen und runden Lichtdurchlässen, die selbst den großen Objekten alle Schwere nehmen. Madlinger lässt das Material seine eigene Sprache sprechen und atmen. Er erzeugt eine Wirkung der Stille und Tiefe, inhaltlich wie formal und nimmt dies auch in seinen Wandarbeiten auf.



























Stein und Zeit
Angelika Flaig I Hans Madlinger
27. April 2018 - 4. Juli 2018
Montag bis Freitag 9 - 12 Uhr und 13 - 16 Uhr
Lise-Meitner-Str. 5, 89081 Ulm
Dienstag, 1. Mai, und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen